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Donnerstag, den 14. April 2011 um 20:09 Uhr

Am Samstag ging es dann nach Ausschlafen und entspanntem Frühstück ganz gemächlich in den Wettkampftag. Ein neuer Zeitplan für diese Bundesligasaison sollte den Tag „chilliger“ gestalten. So startete der Tag mit einem Time Trail, dem wir nur als Zuschauer beiwohnten. Nach dem Time Trail war der Zeitplan bereits eine Stunde in Verzug und es wurde schnell klar, dass es wohl ein langer Tag werden würde.

Nach kurzem Training starteten direkt die Vorläufe. 336 Fahrer standen am Vorstart! Für Franz hieß es nach zwei erfolgreichen Jahren in der Klasse U9: Aufstieg in die U11. Der Respekt vor den Älteren war immens und vor allem nicht unberechtigt. Denn aufgrund der Fahrerzahl stand fest, dass es ein Halbfinale geben wird. Franz war in guter Form und konnte die Vorläufe mit den Platzierungen 4, 3 und 2 beenden. Damit war er sicher im Halbfinale. Er durfte dann als fünfter seine Startposition am Gate wählen. Als das Gatter fiel, schossen die Fahrer von den Außenbahnen nach innen und drängten die Fahrer der mittleren Startplätze, unter denen Franz war, zusammen. Franz musste kurz abbremsen, um nicht mit einem anderen Fahrer zu kollidieren. Safety first - die schmerzlichen Erfahrungen in den vergangenen Jahren haben ihn bereits gelehrt, dass ein Sturz erst recht das Aus bedeutet. Leider war damit der Einzug ins Finale passé, da nur die ersten Vier weiter kommen. Neu in dieser Saison ist aber, dass neben dem eigentlichen Finale auch ein B-Finale ausgefahren wird. Franz fuhr auf Rang 4 und holte somit einen akzeptablen 12. Platz im ersten Rennen in der Aufsteigerklasse.

Max, der nunmehr sein 2. Jahr in der Klasse U13 fährt, konnte alle drei Vorläufe für sich entscheiden. Damit war er sicher ins Viertelfinale eingezogen. Absolute Höchstform! Im Viertelfinale konnte er seine Leistung halten und fuhr als Zweiter durch’s Ziel und die Platzierung im anschließenden Halbfinale ließ ihn sicher ins Finale einziehen. Max durfte ebenfalls als Fünfter wählen und war mit seiner daraus resultierenden Startposition, genau wie kurz zuvor Franz, im Pulk des Fahrerfeldes eingeschlossen. Aber Max wäre nicht Maximillion, wenn er nicht dennoch das Beste aus der Situation herausholen würde. Auf Rang 1 fuhr der Südafrikaner Axel Webster – locker, leicht und mit einem unüberwindbaren Vorsprung, hinter ihm Tim Gassert, dicht gefolgt von unserem Max. Das hieß: 3. Platz! Yeah ha!!!!

Conrad, immer noch gefangen in der Klasse der 17-29jährigen, konnte von so mancher Trainingseinheit mit den gestörten Hartensteinern (J) profitieren, wenngleich er schon im Training feststellen musste, dass sein Körper die „richtigen“ Akkus erst nach ca. einer Stunde gescheiter Bewegung aufmacht. Was dem einen sein Vorteil, kann dem anderen sein Nachteil sein… Oder irgendwie so. Die Starterzahl in Conrads Klasse machte es notwendig, die Vorläufe so zu absolvieren, dass der Einzug ins Halbfinale gelingt. Mit drei 4. Rängen war das geritzt. Das Halbfinale hatte dann etwas von Eiertanz: 2 Pedalabrutscher, kein Rhythmus, kein Flow. Damit hieß es auch für Conrad, sich aus dem Finale zu verabschieden. Im B-Finale lief es dann besser – genau wie bei Franz – und er wurde 4. Das bedeutete für die Tageswertung ebenfalls Platz 12.

Es war mittlerweile 20 Uhr und jeder kann sich denken, dass nach einem langen, sonnigen und recht warmen Wettkampftag bei allen die Akkus leer waren. Nach der Siegerehrung, zu welcher Max seinen Pokal für den 3. Platz entgegen nahm, hieß es dann endlich: PIZZA. Wir hatten einen Supertipp bekommen und kehrten bei einem urigen Italiener über einer Reitsporthalle ein. Conrad konnte es sich auch nicht verkneifen, die italienische Bedienung nach „Scaloppe di cavallo al sugo aromatico“ zu fragen – Pferdeschnitzel in aromatischer Soße. Die Bedienung nahm’s locker und meinte: Wenn sie das auf der Karte hätten, gäbe es wohl Ärger mit dem Vermieter. Im Übrigen ist „Scaloppe di cavallo al sugo aromatico“ neben „Mi dispiace, non parlo italiano./Es tut mir leid, ich spreche kein italienisch.“ das einzige, was Conrad auf italienisch sagen kann.

Der Sonntag startete wesentlich früher. Unsere drei BMXer standen pünktlich 9 Uhr am Gate, um sich einzurollen und warm zu fahren. Das Fahrerfeld hatte sich kaum verändert, lediglich einige, am Vortag gestürzte Fahrer, waren nicht mehr am Start, dafür gab es aber neu hinzugekommene „Sonntagsfahrer“.

Die Vorläufe in der Klasse U11 verliefen reibungslos. Franz zog mit seinen Platzierungen ins Halbfinale ein. Im Halbfinale fuhr er ganz knapp nur als 5. durchs Ziel – ärgerlich, da der undankbare 5. Platz wieder den verpassten Einzug ins Finale bedeutete. Aber er hatte sichtlich gekämpft und das gab ein Extralob von Trainer Conrad. Das B-Finale war bravourös – 2. Platz und damit 10. in der Tageswertung.

Max entschied wieder alle Vorläufe für sich. Damit holte er nicht nur Punkte für die Gesamtwertung, sondern sicherte sich auch seinen Platz im Viertelfinale. Auch hier ließ er seine Konkurrenten wieder einsam im Regen stehen und schoss als Erster über die Ziellinie. Im Halbfinale wurde er Zweiter und dann im Finale… ausgebremster, von letzter Position wieder vorgefahrener, hart gekämpfter - aber dennoch undankbarer Vierter. Was für einen Außenstehenden ein guter Platz ist, kann für einen Zwölfjährigen mit Elitepotential ganz schön deprimierend sein!

Conrads Sonntag ist schnell besprochen: jeweils 5. in den Vorläufen, das hieß Umziehen noch bevor die Sonne ihren höchsten Stand hatte. Dazu fällt mir nur noch ein: Halte durch, bald bist du Senior und dann mischst du alle auf!

Das nächste Bundesliga-Rennen erwartet uns am 11. und 12. Juni im nordischen Vechta. Für alle, die da hinkommen wollen: Zwickau – Vechta sind nur 550 km. Einfache Strecke, versteht sich…

Also bis demnächst,

Eure FranzMama Simone.

 

Nachtrag zum Rennbericht „BMX Bundesliga Lauf 1/2"
Maximillion: Du bist Wahnsinn!

Wie sich soeben heraus stellte, ist Max das komplette Rennwochenende mit

GEBROCHENER HAND

gefahren! Am vorletzten Wochenende war Max am Ende des Trainings in Plessa gestürzt. Die Hand wurde im Krankenhaus untersucht und es hieß, sie sei nur geprellt. Nachdem der mütterliche Instinkt von Mama Elke nach Inaugenscheinnahme der Hand heute einen erneuten Arztbesuch anordnete, stellte sich heraus, dass die Hand gebrochen ist... und das auch noch so blöd, dass er voraussichtlich schon morgen operiert werden muss. Damit stehen Max’ Platzierungen der ersten beiden Bundesligaläufe in völlig neuem Licht! So ein Teufelskerl! An dieser Stelle: GUTE BESSERUNG, MAXIMILLION! Unter diesem Gesichtspunkt kriegst Du beim nächsten Mal auch Axel Webster!

 

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